13. April 2017 Allgemein / Design News @de / Interior Design News / Newsroom

Zimmer mit Küche

Die klassische Hotellerie war noch nie einem so starken Wandel ausgesetzt wie in den letzten Jahren. Dieser Wandel umfasst nicht nur die sich rasant ändernden Ansprüche und das Reiseverhalten der Gäste und den technologischen Vorschritt sondern auch die stetig steigende Hotelkapazität und die Geschäftsmodelle von Beherbergungsformen wie Airbnb und Serviced Apartments.
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Heute weiss jeder Hotelier das Airbnb ein nicht zu unterschätzender Mitbewerber ist. Seit 2012 haben sich die registrierten Unterkünfte in der Schweiz von 1000 auf 21 000 erhöht. Ähnlich verhält es sich bei den Serviced Apartments. Anja Graf, Inhaberin der Visionapartments sagt: „Der Heimatmarkt Schweiz ist noch lange nicht gesättigt: Bis 2018 soll das Portfolio von heute 1000 auf 2000 Serviced Apartments verdoppelt werden. Die Auslastung beträgt schweizweit 97 Prozent, in Zürich selbst gar 98,5 Prozent.“
Die durchschnittliche Hotelauslastung im Raum Zürich dagegen liegt derzeit bei über 70% und würde durch den Verdrängungswettbewerb neu entstehender Hotels auf gegen 65% zurückgehen.
Warum also diese „freien“ Zimmer nicht einer Gästegruppe zur Verfügung stellen die stark am Wachsen ist: Geschäftsreisende, die für mehrere Nächte, Wochen oder gar Monate eine Unterkunft suchen, die die Vorteile eines Hotels und einer Wohnung vereinen.
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Mittlerweile gibt es sehr gute Lösungen wie eine Pantry Küche oder Kitchenette in einem Hotelzimmer eingebaut und was besonders wichtig ist bei Bedarf auch optisch hochwertig verborgen werden kann. Durch die Wandelbarkeit würde ein Hybrid-Zimmer entstehen, das die Bedürfnisse von Longstay Gästen gleichermassen erfüllt wie die von Kurzaufenthaltern. Gleichzeitig bietet der Hotelier seinen Gästen eine Alternative, die sie sonst nur bei anderen Beherbergungsformen finden.
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Das Hybrid-Zimmer wäre eine Möglichkeit flexibel auf den Markt und die Nachfrage zu reagieren. So könnte der Hotelier bei einer tiefen Belegung das Zimmer als Studio oder Apartment an Longstay Gäste und in der High Season an Kurzurlauber, die nur für eine oder zwei Nächte bleiben vermieten.
Für ein Hotel wäre es völlig ausreichend eine Kitchenette in das Zimmer einzubauen, bei der die Grundanwendungen einer Küche gegeben sind und die gleichzeitig das gegebene Platzangebot des Zimmers optimal nutzt. Optisch sollte sich die Kitchenette harmonisch in das Gesamtbild des Zimmers einfügen.
Für ein Hotelzimmer eignet sich eine Kitchenette mit einer Dunstabzugshaube mit Umluft am Besten. Da bei einer Umlufthaube kein Mauerdurchbruch und kein Bau eines Abzugskanals übers Dach, als auch keine Frischluft für die Funktionalität der Abluft erforderlich ist. Bei einer Umlufthaube wird die angesaugte Luft zuerst über den Fettfilter und danach über einen zusätzlichen Aktivkohlefilter geleitet und dann gereinigt wieder in das Hotelzimmer abgegeben.

Grosszügigen Zimmern kann mit einem Küchenensemble bestehend aus einer Kitchenette und einem hochwertigen Tisch der Charakter einer gemütlichen Wohnung verliehen werden in die die Hotelgäste ihren Partner oder ihre Familie einladen können. Wahlweise könnten die Produkte zum Kochen oder die fertigen Gerichte und Getränke beim Room Service bestellt und direkt ins Zimmer geliefert werden. So könnte der Gast von dem Komfort eines Hotels und gleichzeitig der Gemütlichkeit einer Wohnung profitieren.
Für Hotels mit mehrheitlich kleineren Zimmern wäre der Umbau eines Zimmers in eine Gemeinschaftsküche eine innovative Lösung. Diese Küche wäre eine attraktive Möglichkeit für die Hotelgäste locker mit den anderen Gästen in Kontakt zu kommen.

Aber nicht nur in der Stadthotellerie bieten Hotelzimmer mit eigener Küchenzeile Potenzial für steigende Gästezahlen, sondern auch in der Ferienhotellerie. Familien mit Kindern suchen vermehrt Ferienunterkünfte, die Hotelleistungen und gleichzeitig die Flexibilität einer eigenen Küche bieten. Diese Nachfrage haben auch die Priva Alpine Lodge in Lenzerheide, das rocksresort und die Swiss Peak Resorts erkannt. So sollen beispielsweise unter dem Brand Swiss Peak Resorts in den nächsten 10 Jahren insgesamt zehn Ferienresidenz-Projekte mit insgesamt rund 4500 Betten im Schweizer Alpenraum realisiert werden.

Fazit:
Der Einbau einer Kitchenette in einem Teil der vorhandenen Hotelzimmer ist meiner Meinung nach eine sehr gute Möglichkeit für einen Hotelier neue Gästegruppen anzusprechen und von der wachsenden Nachfrage nach Serviced Apartments zu profitieren. Leerstehende Hotelkapazitäten könnten so wieder ausgelastet werden.

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