10. May 2017 Allgemein @en / Design News / Interior Design News / Newsroom

What is good design

This article was only published in German.

Gibt es Kriterien um ein Designkonzept zu beurteilen? Woran erkennt man ein gutes Design? Welcher Stil ist am Besten? Dies sind nur einige der Fragen, die mir meine Schüler an der IHTTI School of Hotel Management in Neuchâtel stellen. Seit einigen Jahren unterrichte ich ein- oder zweimal im Jahr als Dozent an der IHHTI das Fach Designmanagement.
Lobby Boutique Hotel Marktgasse by IDA14
In der klassischen Hotelfachschulausbildung kommt dieses Thema kaum bis gar nicht vor; dabei werden beim Bauen und Renovieren grosse und oft für den Betrieb existentielle Summen Geldes ausgegeben. Und es werden auch langfristig Weichen gestellt für das Erscheinungsbild des Hotels nach Innen und nach Aussen; und auf dem Internet, wo je länger je mehr die Entscheidung zum Buchen eines Zimmers auch und gerade vom optischen Eindruck abhängt. Es gibt an den Hotelfachschulen schlicht und einfach meist weder genug Zeit noch das Bewusstsein, um die Grundlagen für das richtige Vorgehen bei der Entwicklung eines Designprozesses zu vermitteln. Das Aufgabengebiet, das ein Hotelier beherrschen und erlernen muss ist sehr umfangreich und breit gefächert. Historisch war es auch lange Zeit klar, wie ein Hotel in seiner jeweiligen Klasse und Kategorie auszusehen hat. Heute haben wir eine für den Laien kaum überschaubare Kakophonie von Stilen und Konzepten…

Umso mehr freut es mich, dass ich an der IHTTI die Möglichkeit habe den angehenden Hoteliers die Grundlagen und Voraussetzungen für einen erfolgreichen Design- und Gestaltungsprozess bei einem Hotelneu- oder Umbau aufzuzeigen und die richtige Vorgehensweise zu erklären. Denn gute Gestaltung und ein ansprechendes Design sind kein Zufallsprodukt. Ganz im Gegenteil: Das Designkonzept, dass für ein Hotel von einem Innenarchitekten ausgearbeitet wird ist präzise planbar und mitentscheidend für den Erfolg eines Hotels. Der Hotelier hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Designprozesses.
Metropole_0123_5
Für ein erfolgreiches Designkonzept ist es elementar, dass der Hotelier im Vorfeld eine detaillierte und präzise Marktstudie durchführt. Dabei müssen unter anderem folgende Fragen beleuchtet und beantwortet werden: Welche finanziellen Mittel stehen für den Umbau zur Verfügung? Dabei sollte nicht nur das Budget sondern auch der ROI festgelegt werden. Welcher Mehrwert und Mehrumsatz, welche neuen höheren Preise sind durch einen Umbau realistisch erreichbar? Ist das vorgesehene Baubudget an diese Zahlen angepasst?
Wofür steht das Hotel und in welche Richtung möchte es sich entwickeln? Was machen die Mitbewerber? Welche Gästesegmente sollen angesprochen und welche Gästezahlen erreicht werden? Erst nach Analyse dieser und weiterer Fragen würde ich als Hotelier mich nach einem Innenarchitekten umschauen: Nach einem Spezialisten, der nachweislich über ausreichend Hotelerfahrung verfügt und der in der Lage ist, die festgelegten Ziele im gegebenen Budgetrahmen (design into budget) und mit den baulichen Funktionalitäten des Hotels präzise umzusetzen.

Swissôtel Lobby in Zürich_IDA14

Fazit

Auf die Frage, welcher Gestaltungsstil am Besten ist, kann ich ganz klar sagen, dass es grundsätzlich keinen schlechten Stil gibt. Wenn der Stil zum Hotel, zum Ort, zum anvisierten Gast und zum Hotelier passt – ist es genau der richtige Stil. Wenn die einzelnen Details harmonisch aufeinander abgestimmt werden und die Analyse des Hoteliers vom Innenarchitekten präzise umgesetzt wird, sind das die besten Voraussetzungen für eine lange Erfolgsgeschichte des Hotels.
Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft: Breit aufgefächert sind Stile, Ansichten und Vorlieben. So gibt es beispielsweise verschiedenste Musikrichtungen, die jeweils ihre Anhängerschaft haben. Das Gleiche gilt auch für Architektur und Design: Wo früher in jeder Epoche jeweils nur ein Stil vorherrschte, ist heute eine Vielzahl von Gestaltungsoptionen vorhanden und machbar. Es braucht klare Analysen und eine klare eigene Standortbestimmung, um sich da optimal zu positionieren.

Twitter LinkedIn Google Pinterest